Monatstexte Archiv

Monatstext Februar 2026

QUANTENSPRUNG: Es gibt Tage, da willst du Raum und Zeit verlassen. Da tragen keine Liebesblicke, keine Hoffnungen, keine Visionen mehr. Von etwas unnennbar Grossem getrieben willst du durch Lebensspiralen höher und höher in neue Lichtbahnen steigen. Das sind die Zeiten, in denen du heimatlos wirst, weil gerade dann, wenn du dich befreien willst, die Erden-schwere dich fest in ihre dunklen Arme nimmt, um dich zu wiegen, zu wandeln, bis du dir alles geschehen lässt, das Schwere jetzt, wie sonst das Lichte, Leichte, damit dir mitten in unberechenbarem Lebenstreiben innere Freiheit wächst, wiedergefundenes Herzlächeln, mit dem du hinein in neue Lichträume erwachst. Kleine Tode sind milde, wie leises Auferstehen. Maryse Bodé. Früheres Bild: Manuel Kleinert 1996

NeumondJanuartext 2026

Résumé: Aus 14Tagen Januar Himmel & Hölle und all das Dazwischen aus allen Himmelsrichtungen in einem Lichtpunkt zusammengefasst und ins Herz geholt, eingehüllt in ein Lächeln aus jenem Bewusstsein, wo das Mysterium Leben das Ewiggültige wiegt. Was war will jetzt in grosser Stille gehalten sein, drängt aus einem irrlichternden Aussen in ein tiefbewusstes Innen. Und es heisst: im Herzkern wirst du berührt und gefunden. Suche nicht! Maryse Bodé

Monatstext Januar 2026

Bewegt: Ein- und Ausatem, ein Flügelpaar. Fülle und Leere, ein Strömen hin und her. Auch zu kalter Zeit eingerollt im Atem wie in einem sommerwarmen Ährenfeld und wieder ausgespannt zwischen die Sterne, den Fuss auf Schneepelz gesetzt, das Herz am Puls des Glitzerbaums. So gehen wir zeitlos. Gespannt in die Extreme sind wir in und ausserhalb der Zeit im Spiel, im Tanz der Formen. Geduckt und Sprung. Geduckt und Sprung und Herumwirbeln durch das innere Himmelszelt. Maryse Bodé

Monatstext für Dezember 2025

Schau, der Wintersee rollt seine grauschwarz schimmernde Seide aus. Unter dem Schneehimmel zeichnen kleine Schiffe in stiller Fahrt hier eine Geschichte auf. Sie erinnert an Hoffnungsblau und Sommerlachen und während der Wind an den Rändern der Flüsterwasser einen Zackensaum aus erstem Eiskristall webt, leuchtet zwischen dem Raureiffiligran geknickter Gräser Dunkles und Unerlöstes auf. Ein Schauder legt sich in den Tag, doch wie einem geheimen Ruf gefolgt, steht am Ufer die Winterfrau, zieht ihre Schuhe aus, durchtanzt mit nackten Füssen das nur scheinbar Starre und nimmt es in Liebe in sich auf. Maryse Bodé. Früheres Bild von Serge Kleinert

Neumond im November 2025

Einkehren ins Nebelkloster, in den leisen Atem stiller Wälder und immer neu die innere Flamme schüren. Sie nährt das Herzwissen, macht auch zu kalter Zeit das Auge weit & frei. Und plötzlich erkennen wir wo in den vielen Schattierungen von Grau Novemberlicht blüht. Es hüllt uns schützend ein. Maryse Bodé

Monatstext für November 2025

Tanzteppich vertikal: Unter dem Gewölbe des Lichts, wo sich Zeit und Raum ans Universum lehnen, dort, zwischen tiefsten Tiefen, höchsten Höhen, werden wir entblösst, im Herbstlicht gebadet und im Duft letzter Rosen vom Kosmos ausbalanciert. Etwas greift den Lichtton neu, wiegt das Geheimnis im Herzkern. Und das Schauen sonnenhaft fällt mit dem Lichtstrahlenplissee in die Leuchtbuchen. Tanzteppich vertikal. Maryse Bodé

Monatstext für Oktober 2025

Camargue und weiter: Halber Mond auf Sternentuch und der Ruf der Möwe in der Früh über dem windgewiegten Zittergrün der Pappeln. Auch der Star ist da, lockt zu den Wasserläufen, wo sich bei der Düne Besammlung und Aufbruch nach Anderswo zeigt. Am Saum des Meeres setzen wir den Fuss auf singende Erde, sind von etwas unfassbar Hohem umarmt. Verneigung in den Sonnenton reisst die Himmel in uns auf. Maryse Bodé

Monatstext September 2025

Hoffnung: Ein zerbrechlicher Sommer fährt seine Lanzen aus. Gladiolen stehen in Reih und Glied, winken mit Farbe, wanken im Sturm. Wir stellen den Fuss auf Himmelsleitern, die nirgendwo mehr Halt finden. Wir schwanken, geben dennoch nicht auf, denn trotz dem Dunkel, das über uns fiel, hat etwas Hohes in uns überlebt. Es kratzt mit unsichtbarem Strahlenkranz das tiefe Blau hinter Wolkenschleiern und bald schon springt ein hellstes Weiss hervor, umhüllt uns sanft. Maryse Bodé/Foto: St. Michaels Mount/UK

Monatstext für August 2025

Die Ulme: Wir sassen unter dem Baum der guten Gesinnung. Wir hatten unendlich viel Zeit. Wir atmeten den Duft des nahen Maquis, lauschten der donnernden Brandung und über unsere Herzränder schwappten die türkisblauen Wasser. Wir liessen den Blick schweifen und wurden wie das Starengrüppchen im Sonnenuntergang hochgeworfenes Licht. Maryse Bodé

Monatstext für Juli 2025

Nachtlied der Amsel: Eine Fledermaus kreist. Ein Kraftplatz legt sich neu im Maquis an. Von fern ein Stampfen, Trommeln, Singen. Unter sich rundendem Mond versammeln sich Urvölker, rücken im Tranceschritt heran. Die Luft beginnt zu flimmern. Neues Netzwerk legt sich an, holt uns heim in etwas, das mit uns ins Summen der Sterne will. Maryse Bodé/Corse
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