Monatstexte Archiv

Vollmondtext März 2026
Vollmondnacht: Hauchdünn, Windfaden umweht die kühle Stunde. Noch sind die Füsse nachtschwer in die Erde gekrallt. Aber die Hände frei, werfen Ballast ab, berühren die runde Lichtzone im Schwarz. Ein Tasten geht durch alles, auch wenn um die Ecke Verwilderung schielt. Fadenscheiniges spielt sich nochmals auf, knistert und zerfällt. Da blüht uns etwas Helles ins Jetzt, ankert tief Innen, durchwächst uns, fährt Antennen hoch, rundet sich als summende Sonne über mir, über dir. Maryse Bodé Bild: Agnes Barmettler
Monatstext März 2026
Himmelsbaum: Umarme den Baum, sei wie er, Achse aus strömendem Licht, gespannt zwischen Himmel und Erde, verankert wie er, mit Wurzelstock und Krone in den vier Winden, das Herz nah bei dem was ihn bewegt, nah bei dem was sich ihm ins tanzende Geäst legt, sei's Sonne, Mond und Stern, sei's der Vogel, der ihn bewohnt, sei's der Regen, der ihm den Durst löscht oder ein lauer Flüsterwind. Immerzu hat er die Antennen in den ziehenden Wolken, in Helligkeit und Finsternis, immerzu atmet er sich uns kraftvoll ins Sein, legt uns sein Leuchten auf alte und neue Wunden, immerzu nah an unserer Zerrissenheit, nah an unserer Bestimmung, bis wir seine Sprache erkennen und in tiefem Vertrauen Lichtachse sind im Weltsturm daheim. Maryse Bodé
Neumondtext Februar 2026
Hoffnungsworte: Mit Sprache vom Fluchtgedanken abrücken. Mit Frühmorgenlicht Worte an die kalte Luft schreiben. Kaum haben wir Hand und Ohr an die Haut der Birke gelegt beginnt eine geheimnisvolle Vernetzung tief Innen zu leuchten. Die Finger haben die Zukunftsworte aus Baum und Himmel sofort ertastet und sie dem Kind neben mir ins Haar geflochten. Ein Ruf steigt in uns auf, der Ruf der Wölfin, der Ruf nach Heilendem in der Verwilderung. Eine Amsel scharrt im Wintermoder. Wünsche fliegen mit ihr hoch ins Filigran aus Himmel und Geäst. Die Baumkrone wiegt sich in Sanftmut und Seele, lässt den Wunsch des Kindes leuchten: Bleiben wollen, jetzt, an Ort und Stelle stehen und sich mit dem Windvogel hoch oben ein Nest bauen. Es hat Sterne darin und Türkis-schimmer. Maryse Bodé Anschreiben gegen Zweifel, Pessimismus, Machtgehabe und Manipulation. Sie bedrohen den Zusammenhalt der Welt. Jetzt in vertieftem BewusstSein die Friedensfahne hoch halten.
Monatstext Februar 2026
QUANTENSPRUNG: Es gibt Tage, da willst du Raum und Zeit verlassen. Da tragen keine Liebesblicke, keine Hoffnungen, keine Visionen mehr. Von etwas unnennbar Grossem getrieben willst du durch Lebensspiralen höher und höher in neue Lichtbahnen steigen. Das sind die Zeiten, in denen du heimatlos wirst, weil gerade dann, wenn du dich befreien willst, die Erden-schwere dich fest in ihre dunklen Arme nimmt, um dich zu wiegen, zu wandeln, bis du dir alles geschehen lässt, das Schwere jetzt, wie sonst das Lichte, Leichte, damit dir mitten in unberechenbarem Lebenstreiben innere Freiheit wächst, wiedergefundenes Herzlächeln, mit dem du hinein in neue Lichträume erwachst. Kleine Tode sind milde, wie leises Auferstehen. Maryse Bodé. Früheres Bild: Manuel Kleinert 1996
NeumondJanuartext 2026
Résumé: Aus 14Tagen Januar Himmel & Hölle und all das Dazwischen aus allen Himmelsrichtungen in einem Lichtpunkt zusammengefasst und ins Herz geholt, eingehüllt in ein Lächeln aus jenem Bewusstsein, wo das Mysterium Leben das Ewiggültige wiegt. Was war will jetzt in grosser Stille gehalten sein, drängt aus einem irrlichternden Aussen in ein tiefbewusstes Innen. Und es heisst: im Herzkern wirst du berührt und gefunden. Suche nicht! Maryse Bodé
Monatstext Januar 2026
Bewegt: Ein- und Ausatem, ein Flügelpaar. Fülle und Leere, ein Strömen hin und her. Auch zu kalter Zeit eingerollt im Atem wie in einem sommerwarmen Ährenfeld und wieder ausgespannt zwischen die Sterne, den Fuss auf Schneepelz gesetzt, das Herz am Puls des Glitzerbaums. So gehen wir zeitlos. Gespannt in die Extreme sind wir in und ausserhalb der Zeit im Spiel, im Tanz der Formen. Geduckt und Sprung. Geduckt und Sprung und Herumwirbeln durch das innere Himmelszelt. Maryse Bodé
Monatstext für Dezember 2025
Schau, der Wintersee rollt seine grauschwarz schimmernde Seide aus. Unter dem Schneehimmel zeichnen kleine Schiffe in stiller Fahrt hier eine Geschichte auf. Sie erinnert an Hoffnungsblau und Sommerlachen und während der Wind an den Rändern der Flüsterwasser einen Zackensaum aus erstem Eiskristall webt, leuchtet zwischen dem Raureiffiligran geknickter Gräser Dunkles und Unerlöstes auf. Ein Schauder legt sich in den Tag, doch wie einem geheimen Ruf gefolgt, steht am Ufer die Winterfrau, zieht ihre Schuhe aus, durchtanzt mit nackten Füssen das nur scheinbar Starre und nimmt es in Liebe in sich auf. Maryse Bodé. Früheres Bild von Serge Kleinert
Neumond im November 2025
Einkehren ins Nebelkloster, in den leisen Atem stiller Wälder und immer neu die innere Flamme schüren. Sie nährt das Herzwissen, macht auch zu kalter Zeit das Auge weit & frei. Und plötzlich erkennen wir wo in den vielen Schattierungen von Grau Novemberlicht blüht. Es hüllt uns schützend ein. Maryse Bodé
Monatstext für November 2025
Tanzteppich vertikal: Unter dem Gewölbe des Lichts, wo sich Zeit und Raum ans Universum lehnen, dort, zwischen tiefsten Tiefen, höchsten Höhen, werden wir entblösst, im Herbstlicht gebadet und im Duft letzter Rosen vom Kosmos ausbalanciert. Etwas greift den Lichtton neu, wiegt das Geheimnis im Herzkern. Und das Schauen sonnenhaft fällt mit dem Lichtstrahlenplissee in die Leuchtbuchen. Tanzteppich vertikal. Maryse Bodé