Monatstexte Archiv

Neumondtext September 2026

Alles atmet im JETZT tief ein und aus, entfaltet sich kreisförmig, spiralt sich durch Zeitlinien die uns begrenzten. Sternenlicht blüht hinein in Bewusstseinsstrom, lenkt unsere Schritte in eine neue Richtung im Herzfeldraum. So sei es! Maryse Bodé

Monatstext für September 2026

Am Fusse des Berges Schattierungen von Grau, Schraffuren im Fels in nebelige Zonen gehüllt. Eine hohe Sommerzone verschleiert sich, wird Gaukelflug, blaue Metamorphose. Unfassbares Grün setzt sich mit weissem Licht in mir zur Ruhe und lächelt. Maryse Bodé September – Monat der Fülle, der Dankbarkeit und der Ernte. Die Natur schenkt uns ihre Früchte und erinnert uns daran, dass auch wir beständig in das Feld unseres Lebens säen – mit unseren Gedanken, Worten, Gefühlen und Entscheidungen. Nun ist die Zeit reif, unsere eigene Ernte zu betrachten und dankbar anzunehmen: das Schöne und Gewachsene ebenso wie all die Erfahrungen und Veränderungen, durch die wir selbst gewachsen sind. Und der September trägt einen der besonderen Wendepunkte des Jahreskreises in sich: die Herbst-Tagundnachtgleiche, jener kostbare Moment, in dem Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht sich die Balance halten. Sie erinnert uns daran, dass auch unser Leben immer wieder nach Ausgleich sucht – zwischen Tun und Sein, Geben und Empfangen, Außen und Innen.

Monatstext für August 2026

Von Kosmos und Welt durchdrungen, im tiefen Atem stiller Wälder, in der Weite ausgerollter Flur, im Rauschen der wogenden Meereswellen, in der Sanftheit eines Abendwindes, im Lied der Quelle, im Lächeln des Kindes, im liebenden Blick, im sich finden und wieder loslassen, in all dem können wir Sternensprache erlauschen, die als Geheimnis in uns tanzt. Sie heiligt den Augenblick. Maryse Bodé

Monatstext für Juli 2026

Kopfsprung: Baumsilber, vom Wind gekämmte Wiesen, Libellengrün im Zickzack über einem See, der Schwarzblau spiegelt, es zur Entfaltung bringt, bis unser Sprung in den WasserStilleRaum Wellen wirft. Wir tauchen auf und wieder ein, um uns kurz, ganz kurz in der Schweigezone einer leuchtenden Aquariustiefe im GanzSein zu erfahren, schwebend, umfangen von etwas Seidensanftem, wo alles Lobpreisung ist ans Licht und alles was stört schweigt. Maryse Bodé/Bild: Vreni Niederberger

Monatstext 2 Juni 2026

Strömendes Sein: Auch heute in der Morgenfrüh von Zartem und Knallbuntem an die Sonne gelockt. Fuss vor Fuss auf Tau gesetzt und mit dem Ruf des Starengrüppchens flugs eingetaucht in Strömendes. Immer neu von Licht umarmt, das Schattentier gestreichelt. Es hüpft mit mir, dreht ein paar Runden und wohnt mir, wie alles andere, nah am Herz. So streut mir das Alles in Allem täglich Rosenblüten auf die Wege. Wird Credo, Om und Amen in den von Wärme gefluteten Johannitagen. Maryse Bodé/Bild: Yves Kleinert 1988

Monatstext für Juni 2026

Morgenfrühe: Tiefatmende Wiesen, Tauperlenleuchten. Aber auch ein Griff in radikale Tiefen. Darin wächst blutrot Rosensprache, hält uns mit zartem Duft und wuchernden Dornen im Lauschen. Und plötzlich geht im strömenden Jetzt, im tiefen Schweigen, das Schwere Hand in Hand mit dem Leichten in uns über die Ufer. Maryse Bodé/ Für Gerhard

Monatstext 2 für Mai 2026

Die Weberin: Nimm dein Kissen aus Purpursamt und Magentaseide. Die Weberin hat dir Himmelsfäden darin verwoben und legt es dir als Insel in das strömende Grün der neu erwachenden Lichtwiesen. Lass all das Laute und den Überdruss der vielen Dinge. Deck dich einfach mit Frühling zu und ruh dich auf blühender Erde aus. Die Weberin hat dir Sichelmond und Stern und zarte Anemonen ins Nachttuch eingefügt. So bist du geschützt und das Lächeln in deinem Herz ist tausendmal mehr als Platzen vor Glück. Maryse Bodé. Collage: Vreni Niederberger

Monatstext für Mai 2026

Helle Stirn: Es prasselt Sonne durch neues Grün. Da wird die Stirn hell wie ein Fest und das Herz geht Wege, wo sich Schlangen und kleines Getier auf Mooskissen räkeln. Weissdorn rückt als summender Blütenkosmos herbei, hüllt Nacktheit und Verletztes ein. Neue Rhythmen wachsen uns aus duftender Erde in die Füsse und im neuen Werden sind wir Tanz, weit über uns hinaus. Text und früheres Bild: Maryse Bodé

Monatstext 2 April 2026

An mich, vielleicht an dich! Wirf die alte Hülle ab und all die Verletzungen aus vergangener Zeit. Je intensiver du dich erneuerst, indem du die Lichtschwingung in dir erhöhst, umso mehr entfernt sich das Angsttier und das Zweifeltier von dir. Die Provokation im Aussen, sei es durch Krankheit, durch Machtmissbrauch von aussen oder Schicksalsfügung, bleibt so lange bestehen, bis du dein innerstes Wissen im Jetzt, dein grösstmögliches Lichtpotential in dir und aus dir hervorgebracht hast. Dann hast du ein Stück Kosmos geboren und alles was damit im Einklang ist. Maryse Bodé / "Amama ua noa –Lele wale akua la“. Dieses Huna-Gebet aus Hawaii heisst vereinfacht übersetzt: "Das Gebet erhebt sich und fliegt. Lass den Regen des Segens niederfallen!"

Monatstext April 2026

QUANTENSPRUNG: Es gibt Tage, da willst du Raum und Zeit verlassen. Da tragen keine Liebesblicke, keine Hoffnungen, keine Visionen mehr. Von etwas unnennbar Grossem getrieben willst du durch Lebensspiralen höher und höher in neue Lichtbahnen steigen. Das sind die Zeiten, in denen du heimatlos wirst, weil gerade dann, wenn du dich befreien willst, die Erdenschwere dich fest in ihre dunklen Arme nimmt, um dich zu wiegen, zu wandeln, bis du dir alles geschehen lässt, das Schwere jetzt, wie sonst das Lichte, Leichte, damit dir mitten in unberechenbarem Lebenstreiben innere Freiheit wächst, wiedergefundenes Herzlächeln, mit dem du hinein in neue Lichträume erwachst. Kleine Tode sind milde, wie leises Auferstehen. Maryse Bodé  
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