Wie hochgeworfenes Licht

Dialog mit der Bildhauerin Bea Charen /Schöftland
und der Malerin Gabi Zürcher/Zofingen

Lesung "Wie hochgeworfenes Licht" im Rahmen 
der Ausstellung in der Galerie Schlössli/Gontenschwil
2. April 2006, 14.00 Uhr

Maryse Bodé begegnete den geheimnisumwobenen Skulpturen
von Beatrice Charen anlässlich eines Adventskonzertes (2005)
in der Hofkirche Luzern. Die Faszination blieb und setzte einen
Künstlerinnen-Dialog in Gang.

Beitrag von Ruth Merz: AARG.ZEITUNG 24/3/06
Ein Hauch von Geheimnis umgibt die Skulpturen von Bea Charen. Verborgenes tritt zutage, bleibt
teilweise verhüllt, wie etwa das Frauengesicht, das nur halb aus dem Stein herausschaut. Ein Teil
bleibt verborgen im persischen Travertin, verschleiert wie die Frauen aus jenem fernen Land. 
Das Werk 'Blick ins Universum' vermittelt Sehnsucht nach Transzendenz und Einheit. 
Das Sammeln von Steinen sei eine Leidenschaft, sagt Beatrice Charen. Das habe sie schon getan, bevor sie die Steine bearbeitet habe. Dort in den Steinbrüchen von Carrara suche sie sich ihre Stücke aus, um sie vor Ort in einer kleinen Werkstatt zu bearbeiten. 
Wirkung erzielt Charen durch die Technik, einen Teil des Steins auszuarbeiten und fein zu polieren, während andere Teile roh oder nur grob strukturiert bleiben

Archaisch, symbolhaft sind die Werke (Öl auf Holz oder Leinwand) von Gabi Zürcher.
Malen ist für sie ein meditativer Prozess. Man spürt das innere Feuer, das ihre Kreativität
zum Leuchten bringt. Feine Funken sprühen aus ihren Werken. Es drängt sie das Feine, Verletzliche darzustellen. 

Text zu einer Engelskulptur
von Beatrice Charen

WORTENGEL

Bevor sie kommen
die Sanften mit 
dem Lächeln und
dem feinen Gehör
bevor sie den
Glaspalast betreten
in dem das Wort
fliegen soll
legst du mir mit einem
scheuen Kuss Rosenblätter
in den Mund
Wie Hostien vergehen sie
auf der Zunge wie Manna
und zart fliegt das Wort
das Liebeswort das
Lichtwort das Trostwort
von Herz zu Herz

Maryse Bodé