Buchvernissage

Die Raubkatzenblume
Liebesgedichte-Sturmgedichte-Haiku

Maryse Bodé

Am Samstag 03.02.2007 / 17.00 Uhr
Im Chäslager Stans

Einführende Worte: Marlène Wirthner-Durrer 
Am Akkordeon: Katrin Wüthrich

Sponsoren: 
Kulturkommission Kanton Nidwalden / Kultur Hergiswil /
Schindler Kulturstiftung / Nidwaldner Kantonalbank 
Infos: Chäslager Stans

Zum Schaffen von Maryse Bodé
Ein Beitrag zur Buchvernissage „Die Raubkatzenblume“
von Silvia Planzer

Maryse Bodé lernte ich 1992 über das Wasser kennen. 
Damals standen wir im Hostett, dem neuen Verwaltungsgebäude in Sarnen vor dem Brunnen
von Thomas Birvé und Hugo Schär. Es ist ein grosser Findling, aus dem siebenfach Wasser sprudelt.
Er war Inspiration für Mani Planzer zur Anrufung des Wassers, einem musikalischen Konzept.
Maryse stamme aus Stans, hatte mir Mani gesagt. 
Aber sie sprach mit französischem Akzent, war aus Luxemburg in die Schweiz gezogen. 
Sie erzählte von den Wäldern, die sich hinter dem Elternhaus in Luxemburg hinzogen und im 
gleichen Atemzug beschwor sie den Berg, der ihr in Stans zum Fenster hineinwuchs.
Ob sie uns Texte schreiben könne zu dem Brunnen. Sie brauche etwas Zeit, meinte sie, 
das Wasser müsse wirken. Die Texte kamen, sprudelten wie das Wasser, besangen Schönheit
und Urkraft der Elemente, forderten auf zu Stille und Innehalten, mahnten vor Missbrauch und Unachtsamkeit und berührten die innerste Herzkammer. 
Es blieb nicht bei den Wassergedichten. Maryse zärtliche Neugier gilt ebenso dem Baum und dem
Berg, dem Licht und den Winden, dem Urlebendigen. Und sie gilt der Stille, dem Lauschen, dem Atem, dem DU, das die Botschaft mit Windhänden erhaschen darf.
Im Spiel mit Worten formt Maryse ein Webwerk aus leisen Klängen in dem starke Konturen nicht 
fehlen. Das zeigt sich auch im Titel ihres neuen Buches " Die Raubkatzenblume". Sturmgedichte
kommen darin vor. Doch auch in der grössten Zerrissenheit hält Maryse unbeirrt die Fahne der
Hoffnung und Versöhnlichkeit in den Wind.  
Sie formt das Kleine, Unscheinbare ins Wort, den flüchtigen Klang, die Vision.
Wenn ich in ihren Büchern lese, schärft sich mir der Blick für das, was Leben gross macht, obwohl
es im Kleinen daherkommt. Ihre Lyrik öffnet das Ohr für die geheimen Klänge, die den Alltag beseelen, und ich kann sie hören!
Sie laden mich ein, einen Atemzug länger zu verweilen, wo mich die allgemeine Betriebsamkeit bereits weitertreiben will.
Mit Maryses Worten :
ZU WOHNEN IM BLAU
DAS DURCH DIE BÄUME FLIEGT


Februar 2007