Für die ZSV Anthologie „Mensch & Tier“ 2013

Text 1

Das Betrachten der Welt: ein schöpferischer Akt. Wir lassen die Blumen tanzen, 
die Wolken sich küssen, pflanzen Bäume, umarmen sie. Doch kreist der Adler 
über dem Berg, ist das in Zeichen, ein Aufruf, über den Rand der Welt zu blicken.

Wie alles Geheimnisvolle, entschwindet auch er bei unserem Revieranspruch,
lässt uns vor leerem Himmel stehen, aus dem sogar die Sterne fallen, weil es 
nichts zu besitzen gibt, ausser ein Ohr voll Stille, ein Herz voll Rosen, 
eine Handvoll Licht.


Text 2

Gefiedertes Blau
Gedanken an dich über dem Brachland,
dem abgeräumten Boden, auffliegen lassen.
Im sonnenzerfressenen Restlaub der Birke,
plötzlich ein Eichelhäher. Nimmt diesen und
jenen Traum unter seine blauen Fittiche. Macht 
sich flugs mit unserem Liebäugeln auf und davon.

Maryse Bodé